Austausch alter Ölheizungen: Förderung soll nächstes Jahr kommen

Der Bund hat das Aus für den Neubau von Ölheizungen ab 2026 besiegelt und möchte den Austausch alter Anlagen ankurbeln. Dazu sollen die Förderbedingungen verbessert werden. Wie jetzt bekannt wurde, kommt die neue Förderung Anfang 2021. Sie soll aber nicht rückwirkend gewährt werden. Das zwingt Eigentümer zum Aufschieben ihrer Modernisierungen – das Handwerk beklagt Stornierungen.

Neue Heizung einbauen: Der Ersatz einer alten Ölheizung wird ab 2021 verstärkt gefördert

Der Bund hat das Aus für den Neubau von Ölheizungen ab 2026 besiegelt und möchte den Austausch alter Anlagen ankurbeln. Dazu sollen die Förderbedingungen verbessert werden. Wie jetzt bekannt wurde, kommt die neue Förderung Anfang 2021. Sie soll aber nicht rückwirkend gewährt werden. Das zwingt Eigentümer zum Aufschieben ihrer Modernisierungen – das Handwerk beklagt Stornierungen.

Berlin. Die Bundesregierung will schon bald eine verbesserte Förderung für den Austausch alter Ölheizungen auflegen. Dazu will der Bund die Förderbedingungen bereits existierender Förderprogramme anpassen. Die Neuerungen sollen zu Beginn des nächsten Jahres in Kraft treten. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der FDP-Bundestagsfraktion hervor, die Haus & Grund Rheinland Westfalen vorliegt.

Zum geplanten Umfang der Förderung äußerte sich die Bundesregierung dabei noch nicht. Sie gab jedoch bereits eine Information preis, die für betroffene Eigentümer von enormer Bedeutung ist: „Die Bundesregierung beabsichtigt nicht, verbesserte Förderbedingungen für den Einbau CO2-armer Heizungssysteme rückwirkend zu gewähren.“ Eigentümer von Gebäuden mit alter Ölheizung sollten also eine Modernisierung nicht schon 2020 angehen.

Bessere Förderung für Austausch alter Ölheizungen nicht rückwirkend

Nicht nur die Förderkonditionen an sich sollen 2021 besser sein als bislang. Auch die Antragstellung wird vereinfacht – zumindest, wenn umfangreiche Modernisierungen anstehen. Die Förderung für alle Maßnahmen „im Zusammenhang mit der systemischen energetischen Sanierung einer Immobilie auf Effizienzhausniveau oder eines energieeffizienten Neubaus auf Effizienzhausniveau“ sollen dann mit einem einzigen Förderantrag beantragt werden können.

Was der geförderte Austausch der alten Ölheizungen für den Klimaschutz bringen wird, ist derweil unklar. „Eine trennscharfe Abschätzung der dadurch zu erzielenden Einsparungen, der CO2-Vermeidungskosten bzw. der Förderung pro Tonne CO2 ist ex ante nicht möglich“, schreibt die Bundesregierung in ihrer Antwort an die FDP. Man verweist lediglich auf Erfahrungen mit einem früheren Marktanreizprogramm.

Handwerk beklagt Stornierungen von Aufträgen

„Im Jahr 2017 wurden durch den Einbau von 60.463 neuen Heizungsanlagen auf Grundlage erneuerbarer Energien 313.464 Tonnen CO2-Äquivalante eingespart.“ Eine detaillierte Auswertung sei jedoch nicht möglich. Der Plan, die verbesserten Förderkonditionen nicht rückwirkend zu gewähren, dürfte noch für Streit sorgen – immerhin führt diese Herangehensweise dazu, dass Eigentümer ihre Modernisierungen aufschieben.

Wie die FDP-Abgeordneten in ihrer Anfrage schreiben, hat der Zentralverband Sanitär Heizung Klima bereits Auftragsstornierungen in dreistelliger Millionenhöhe registriert, seit klar ist, dass neue Förderkonditionen kommen werden, während die Details dazu noch im Dunkeln liegen. Allein in den ersten vier Wochen nach dem Eintritt dieser Situation hat demnach mehr als jeder Dritte der rund 24.000 Heizungsbau-Betriebe im Schnitt je zwei Stornierungen erhalten.

Gegen diese wirtschaftlichen Auswirkungen dürften die Handwerker noch Sturm laufen. Hinzu kommt, dass alle 2020 aufgeschobenen Modernisierungen später nachgeholt werden. Das wird dann zu Engpässen im ohnehin gut beschäftigten Handwerk führen. Für Eigentümer könnte das höhere Preise zur Folge haben. Angesichts dessen wächst der Druck auf die Bundesregierung, rasch Klarheit zu schaffen und eine rückwirkende Förderung doch noch in Betracht zu ziehen.

Dieser redaktionelle Beitrag wurde von Haus & Grund Rheinland Westfalen verfasst.

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