Bauland in NRW ist heiß begehrt – hohe Preise im Rheinland

Knappes und daher teures Bauland gilt als wichtiger Grund dafür, dass der Wohnungsbau nicht so gut vorankommt, wie er es eigentlich müsste. Vor allem im niedrigen Preissegment kann kaum noch gebaut werden, wenn die Grundstückspreise zu hoch sind. Neue Zahlen zeigen jetzt, wie groß das Problem tatsächlich ist. Gerade im Rheinland ist Bauland inzwischen überdurchschnittlich teuer.

Knappes und daher teures Bauland gilt als wichtiger Grund dafür, dass der Wohnungsbau nicht so gut vorankommt, wie er es eigentlich müsste. Vor allem im niedrigen Preissegment kann kaum noch gebaut werden, wenn die Grundstückspreise zu hoch sind. Neue Zahlen zeigen jetzt, wie groß das Problem tatsächlich ist. Gerade im Rheinland ist Bauland inzwischen überdurchschnittlich teuer.

Düsseldorf. In Nordrhein-Westfalen wechselt immer mehr Bauland den Besitzer. Dabei zahlen die Käufer deutlich höhere Preise als bisher. Im Jahr 2016 ist die Zahl der Verkäufe von Bauland gegenüber dem Vorjahr um 16,3 Prozent gestiegen. Bei den insgesamt 5.792 Verkäufen wechselten mehr als sechs Millionen Quadratmeter den Besitzer. Damit lag die gehandelte Fläche 10,5 Prozent über dem Vorjahreswert. Das hat die amtliche Statistikstelle des Landes, IT.NRW, heute (24. August 2017) mitgeteilt.

Die Behörde rechnet vor, dass bei den Grundstücksverkäufen insgesamt 681 Millionen Euro in die Kassen der Verkäufer flossen. Das sind 15,8 Prozent mehr als noch 2015. Rein rechnerisch bedeutet das einen durchschnittlichen Kaufpreis von 113,37 Euro pro Quadratmeter. Auch dieser Wert lag deutlich über dem des Vorjahres: 2015 zahlten Käufer in NRW durchschnittlich 108,12 Euro für den Quadratmeter. Der Anstieg des Quadratmeterpreises liegt damit bei 5,25 Euro – das entspricht eine Preissteigerung von etwas unter 5 Prozent.

Grundstückspreise im Rheinland überdurchschnittlich hoch

Allerdings gibt es bei den Kaufpreisen für Grundstücke erhebliche regionale Unterschiede. So mussten Käufer im Regierungsbezirk Düsseldorf weit überdurchschnittliche 164,82 Euro für den Quadratmeter auf den Tisch legen. Das sind stolze 36,70 Euro mehr als im Vorjahr – während die verkaufte Fläche um 29,7 Prozent sank. Im Regierungsbezirk Köln lag der Quadratmeterpreis mit 145,46 Euro zwar deutlich niedriger, aber ebenso deutlich über dem Landesdurchschnitt. Der Anstieg lag bei 24,20 Euro.

Grund für die Entwicklung dürfte die starke Nachfrage nach Bauland in den Metropolen Köln und Düsseldorf sowie ihrem Speckgürtel sein. In den Metropolen selbst scheint bezahlbares Bauland dagegen kaum noch verfügbar zu sein. In Düsseldorf zahlten die Käufer 2016 im Schnitt 911,57 Euro für den Quadratmeter. Das sind 143,40 Euro mehr als im Vorjahr. In Köln stieg der Preis um 101,36 Euro auf 423,19 Euro im Jahr 2016.

Im ländlichen Regierungsbezirk Münster war Bauland dagegen landesweit am günstigsten. Hier errechneten die Statistiker einen klar unterdurchschnittlichen Kaufpreis von 74,38 Euro für den Quadratmeter – also knapp halb so viel wie im Regierungsbezirk Köln. Diese riesigen regionalen Unterschiede zeigen deutlich, wie stark die Nachfrage nach Bauland zwischen ländlichen Räumen und Ballungsgebieten mittlerweile auseinandergeht.

Teures Bauland erschwert günstigen Wohnungsbau

Die Zahlen geben eine direkte Auskunft über die Preisbelastung im Wohnungsbau: Für die Statistik berücksichtigt IT.NRW nur Verkäufe von Grundstücken, die unbebaut sind und in Baugebieten der Gemeinden liegen. Außerdem müssen die Grundstücke mindestens 100 Quadratmeter groß sein. Auf jedem der in dieser Statistik erfassten Grundstücke kann also tatsächlich Wohnraum gebaut werden.

Im Rheinland dürfte dieser Wohnraum angesichts der Grundstückspreise jedoch nur schwer im preiswerten Segment zu schaffen sein. Zwar lässt sich der Anteil des Grundstückspreises am Preis einer Wohnung senken, indem höher gebaut wird. Höhere Gebäude sind aber unter anderen Gesichtspunkten teurer, etwa weil Aufzüge nötig werden oder auch Tiefgaragen. Um dem Problem wirklich Herr zu werden, müsste also mehr Bauland ausgewiesen werden.

Dieser redaktionelle Beitrag wurde von Haus & Grund Rheinland verfasst.

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