Baupreise eilen von einem Hoch zum nächsten

Durch die Demonstrationen am Wochenende hat die Diskussion über bezahlbares Wohnen deutlich an Schärfe gewonnen. Populisten beklagen explodierende Mietpreise und phantasieren über Enteignungen. Weniger Beachtung finden in diesem Getöse die explodierenden Baupreise – dabei besteht ein direkter Zusammenhang zu steigenden Wohnkosten. Die aktuellen Zahlen sind alarmierend.

Bezahlbares Wohnen braucht bezahlbares Bauen: Steigende Baupreise machen Sorgen.

Durch die Demonstrationen am Wochenende hat die Diskussion über bezahlbares Wohnen deutlich an Schärfe gewonnen. Populisten beklagen explodierende Mietpreise und phantasieren über Enteignungen. Weniger Beachtung finden in diesem Getöse die explodierenden Baupreise – dabei besteht ein direkter Zusammenhang zu steigenden Wohnkosten. Die aktuellen Zahlen sind alarmierend.

Wiesbaden. Die Baupreise für Wohngebäude sind in Deutschland erneut kräftig gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt jetzt mitteilte, lagen die Preise im Februar um 4,8 Prozent über dem Vorjahreswert. Schon im November hatte sich im Vergleich mit dem Vorjahresmonat ein identischer Anstieg der Baupreise gezeigt. Ein stärkeres Wachstum hat die amtliche Statistik seit dem Jahr 2007 nicht mehr beobachtet – damals waren es im November plus 5,7 Prozent gewesen.

Bemerkenswert: Allein im kurzen Zeitraum von November 2018 bis Februar 2019 verteuerte sich das Bauen um 1,7 Prozent. Besonderer Preistreiber waren die Rohbauarbeiten. Sie legten im Jahresvergleich um 5,6 Prozent zu. Das liegt vor allem an den um 7,4 Prozent gestiegenen Preisen für die Erdarbeiten. Aber auch Maurerarbeiten verteuerten sich um 6 Prozent. Die Betonierer verlangten mit 5,8 Prozent allerdings ebenfalls deutlich mehr als noch im Februar 2018.

Rohbaupreise wachsen stärker als Ausbaukosten

Dachdecker verlangten 4,5 Prozent mehr, Zimmerleute legten 4,1 Prozent drauf. Die Preise für Ausbauarbeiten legten um 4,2 Prozent zu und zeigten sich damit etwas verhaltener als die Preise für den Rohbau. Am meisten ins Gewicht fallen beim Ausbau die Tischlerarbeiten. Sie verteuerten sich nur um 3,8 Prozent – was allerdings immer noch deutlich über der aktuellen allgemeinen Teuerungsrate liegt.

Die Metallbauer nahmen unterdessen 4,6 Prozent mehr als im Vorjahresmonat, bei den Elektrikern stiegen die Preise sogar um 5,6 Prozent. Für Heizungs- und Wasserinstallationen mussten Bauherren 4 Prozent mehr ausgeben. Angesichts dieser Zahlen verwundert es nicht, dass auch Instandhaltungsarbeiten an Wohngebäuden teurer geworden sind. Zählt man Schönheitsreparaturen nicht mit, liegt das Plus laut amtlicher Statistik bei 4,3 Prozent.

Bezahlbares Wohnen setzt bezahlbares Bauen voraus

Als Ursache der seit längerem kräftig steigenden Baukosten gilt die große Nachfrage durch den anziehenden Wohnungsbau. Die Problematik steht in direktem Zusammenhang mit der aktuellen Debatte um bezahlbares Wohnen: „Alle wollen qualitativ hochwertige und energetisch moderne Wohnungen zu günstigen Preisen. Aber wer teuer bauen muss, kann nicht zu niedrigen Preisen vermieten“, gibt Erik Uwe Amaya zu bedenken. Der Verbandsdirektor von Haus & Grund Rheinland Westfalen engagiert sich daher in der Baukostensenkungskommission des Landes NRW.

„Wer aktuell Enteignungen fordert, vergisst: Dadurch entstehen keine neuen Wohnungen. Die müssen nun mal gebaut werden“, warnte Amaya vor eigentumsfeindlichen Äußerungen, die am Wochenende nicht mehr nur aus den Reihen linksextremer Politik kamen. Selbst Robert Habeck, Bundesvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen, hält solche Methoden neuerdings für denkbar. Amaya schüttelt darüber nur den Kopf: „Das ist reiner Populismus. Wir sollten uns das ersparen und sachlich darüber reden, wie wir schnell mehr und bezahlbarer bauen können.“

Dieser redaktionelle Beitrag wurde von Haus & Grund Rheinland Westfalen verfasst.

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