Deutlich weniger Zwangsversteigerungen von Immobilien

Seit dem Jahr 2008 sinkt die Zahl der Immobilien, die pro Jahr unter dem Hammer landen. Auch im Jahr 2018 hat sich der Trend fortgesetzt: Die Zahl der Zwangsversteigerungen von Immobilien ist erneut kräftig gesunken. Fachleute führen den Trend auf die Niedrigzinsphase zurück und warnen vor einer Trendwende, wenn die Zinsen wieder steigen sollten.

Seit dem Jahr 2008 sinkt die Zahl der Immobilien, die pro Jahr unter dem Hammer landen. Auch im Jahr 2018 hat sich der Trend fortgesetzt: Die Zahl der Zwangsversteigerungen von Immobilien ist erneut kräftig gesunken. Fachleute führen den Trend auf die Niedrigzinsphase zurück und warnen vor einer Trendwende, wenn die Zinsen wieder steigen sollten.

Ratingen/Düsseldorf. Die Zahl der Zwangsversteigerungen von Immobilien ist im Jahr 2018 deutlich gesunken. Insgesamt wechselten 18.449 Objekte mit einem Verkehrswert von 3,85 Milliarden Euro per Zwangsauktion den Eigentümer. Das entspricht nach Stückzahl einem Rückgang um 39,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr – damals waren noch 25.740 Immobilien mit einem Verkehrswert von 4,23 Milliarden Euro unter den Hammer gekommen.

Diese Zahlen hat der Fachverlag Argetra aus Ratingen jetzt veröffentlicht. Der Verlag hatte Zwangsversteigerungsverfahren an mehr als 500 Amtsgerichten in seine Erhebung einbezogen. Die Ergebnisse zeigen eine Fortsetzung des inzwischen schon seit zehn Jahren anhaltenden Trends zu immer weniger Zwangsversteigerungen. Interessant: In jedem zweiten Zwangsversteigerungsverfahren fiel die Versteigerung durch das Gericht am Ende aus, weil die betroffenen Eigentümer bereits vorher selbst verkauft hatten.

Zahl der Zwangsversteigerungen regional sehr unterschiedlich

Dabei spielt allerdings auch die Lage eine entscheidende Rolle, wie die Macher der Untersuchung berichten. In den gefragten Ballungsräumen wie etwa dem Großraum Köln, München oder Frankfurt fänden sich schnell Käufer für ein Haus oder eine Eigentumswohnung. In ländlichen Gegenden seien viele Objekte jedoch nur schwer bis gar nicht zu verkaufen. Es zeigen sich daher große regionale Unterschiede, wenn man die Anzahl der tatsächlich angesetzten Versteigerungstermine pro 100.000 Einwohner betrachtet.

So kam es in Sachsen-Anhalt 2018 zu 104 Terminen pro 100.000 Einwohner, was den bundesweiten Spitzenwert darstellt. Der Bundesdurchschnitt liegt mit 52 nur genau halb so hoch. Auch in Rheinland-Pfalz wurden mit 100 Terminen sehr viele Zwangsversteigerungen tatsächlich durchgeführt, gefolgt vom Saarland (92) und Sachsen mit 91 Terminen. Am seltensten kam es in Hamburg zu einer Auktion: Nur 10 Mal pro 100.000 Einwohner. Berlin und Bayern belegen mit 18 bzw. 30 Terminen die Plätze 2 und 3.

Zwangsversteigerung oft wegen Streit unter Erben und Geschiedenen

In 69 Prozent der Fälle kam entweder ein Einfamilienhaus, ein Zweifamilienhaus oder eine Eigentumswohnungen unter den Hammer. In 18,4 Prozent der Fälle ging es dabei um eine sogenannte Teilungsversteigerung – im Vorjahr waren es noch 17 Prozent gewesen. Sprich: Immer öfter ist Streit zwischen Geschiedenen oder unter Erben die Ursache dafür, dass eine Immobilie zwangsversteigert werden muss.

Für den insgesamt deutlichen Rückgang der Zwangsversteigerungen machen die Autoren der Erhebung die niedrigen Zinsen verantwortlich. Seit die Weltfinanz- und Wirtschaftskrise im Jahr 2008 die Zinsen zum Absturz brachte, seien die Zahlen rückläufig. Wenn die zu erwartende Zinswende tatsächlich kommt, ist nach Ansicht der Experten auch wieder mit steigenden Zahlen bei den Zwangsversteigerungen zu rechnen.

Dieser redaktionelle Beitrag wurde von Haus & Grund Rheinland Westfalen verfasst.

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