Engpass in NRW: Mehr Bauland dringend gesucht

In NRW wird aktuell so viel gebaut, wie seit der Jahrtausendwende nicht mehr. Löst das die Probleme am Wohnungsmarkt? Die NRW.Bank sagt nein. Das Institut hat jetzt vorgerechnet, wie viele Wohnungen bis 2020 an Rhein und Ruhr gebaut werden müssten – und das sind weit mehr, als derzeit tatsächlich gebaut werden. Fehlendes Bauland ist nach Ansicht der Bank eine wesentliche Ursache des Problems.

In NRW wird aktuell so viel gebaut, wie seit der Jahrtausendwende nicht mehr. Löst das die Probleme am Wohnungsmarkt? Die NRW.Bank sagt nein. Das Institut hat jetzt vorgerechnet, wie viele Wohnungen bis 2020 an Rhein und Ruhr gebaut werden müssten – und das sind weit mehr, als derzeit tatsächlich gebaut werden. Fehlendes Bauland ist nach Ansicht der Bank eine wesentliche Ursache des Problems.

Düsseldorf. Bis zum Jahr 2020 müssten in Nordrhein-Westfalen im Schnitt 80.000 Wohnungen pro Jahr gebaut werden – das geht aus jüngsten Einschätzungen der NRW.Bank hervor, wie die Rheinische Post berichtet. Der Trend der vergangenen Jahre zeigt demgegenüber nur einen Neubau von unter 40.000 Wohnungen im Jahr. Ein großes Defizit. Viele Städte und Kreise in NRW lägen mit dem Neubau mehr als 2.000 Wohneinheiten unter der benötigten Anzahl.

Auch die Tatsache, dass der Neubau aktuell stark anzieht, stimmt die NRW.Bank dem Bericht zufolge wenig optimistisch. Im Jahr 2015 wurden rund 51.000 neue Wohnungen genehmigt, 2016 waren es wie berichtet etwas mehr als 66.000. Beide Zahlen liegen weit unter den benötigten 80.000 Wohneinheiten, von denen die NRW.Bank ausgeht. Dabei berichtet die Förderbank Nordrhein-Westfalens von großer Nachfrage nach ihren Fördermitteln im Bereich des Wohnungsbaus.

Für ausreichenden Neubau fehlt die Fläche

Mehr als 2 Milliarden Euro Fördergelder hat die Bank in diesem Bereich im letzten Jahr vergeben – 27 Prozent mehr als 2015. Gerade der Bau von geförderten Mietwohnungen hat deutlich zugelegt, die zugesagten Fördermittel sind um 94 Prozent gewachsen. Auf 892 Millionen Euro summierten sie sich insgesamt. Niedrige Zinsen und Tilgungsnachlässe haben das Interesse von Investoren im Bereich des sozialen Wohnungsbaus angekurbelt.

Dass ein Neubau von 80.000 Wohnungen im Jahr trotzdem weiterhin unrealistisch erscheint, liegt nach Angaben der NRW.Bank an fehlendem Bauland. Erik Uwe Amaya, Verbandsdirektor von Haus & Grund Rheinland und zugleich Mitglied im Beirat für Wohnraumförderung der NRW.Bank forderte daher: „In Nordrhein-Westfalen muss mehr Bauland ausgewiesen werden.“

Allerdings wird es in den Großstädten langsam eng – und genau dort ist die Nachfrage am größten. Zwar hat der Bund sich jüngst daran gemacht, das Baurecht so zu ändern, dass in Innenstädten dichter und am Stadtrand einfacher gebaut werden darf. Etwa aus Gründen des Lärmschutzes ist aber fraglich, ob diese Regelungen ihr Ziel von mehr bezahlbarem Wohnraum in den Städten erreichen können. Mehr dazu lesen Sie hier.

Dieser redaktionelle Beitrag wurde von Haus & Grund Rheinland verfasst.

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