Heizkosten gestiegen: Erste Zahlen zur jüngsten Heizperiode

Heizkosten gestiegen: Erste Zahlen zur jüngsten Heizperiode

Wie haben sich Energieverbrauch und Heizkosten in der letzten Heizperiode entwickelt? Eine interessante Frage, Hinweise auf die Antwort liefern nun erste Zahlen eines großen Ablesedienstleisters, wenn auch noch nicht auf NRW heruntergerechnet. Demnach haben die Menschen in Deutschland zuletzt wieder etwas mehr Energie verheizt und dafür höhere Kosten auf sich genommen.

Wie haben sich Energieverbrauch und Heizkosten in der letzten Heizperiode entwickelt? Eine interessante Frage, Hinweise auf die Antwort liefern nun erste Zahlen eines großen Ablesedienstleisters, wenn auch noch nicht auf NRW heruntergerechnet. Demnach haben die Menschen in Deutschland zuletzt wieder etwas mehr Energie verheizt und dafür höhere Kosten auf sich genommen.

Essen. Etwas geringerer Heizenergieverbrauch, zugleich jedoch gestiegene Heizkosten: Diese Bilanz zum Kalenderjahr 2023 hat jetzt der große Ablesedienst Ista gezogen. Das Unternehmen aus Essen hat die Heizkostenabrechnungen von rund 800.000 Haushalten ausgewertet und festgestellt, dass die Jahresheizkosten für eine 70 Quadratmeter große Wohnung mit Erdgasheizung im Jahr 2023 im Schnitt bei 817 Euro lagen. Das sind 37 Prozent mehr als im Vorjahr.

Bei Ölheizung kam die 70-Quadratmeter-Durchschnittswohnung demnach auf Jahresheizkosten von 1.095 Euro, was 30 Prozent über dem Vorjahreswert liegt. Bei Beheizung mit Fernwärme stiegen die Kosten der Durchschnittswohnung lediglich um 2 Prozent auf 792 Euro im Jahr 2023. Liegt diese Heizkostenentwicklung nun in der Preisentwicklung für die Energieträger begründet, im Verbrauchsverhalten der Nutzer oder in den Wetterverhältnissen der Heizperioden 2022/2023 und 2023/2024?

Heizperiode 2023/2024 mit Mehrverbrauch

Auch dazu liefert Ista Hinweise. So hat der Ablesedienst ermittelt, dass die Kosten pro Kilowattstunde Heizenergie im Jahr 2023 im bundesweiten Durchschnitt für Fernwärme um 7 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen sind. Für Erdgas wurden 44 Prozent mehr fällig, bei Heizöl waren es +34 Prozent. Dabei sind die damals gültigen staatlichen Preisbremsen für Gas und Fernwärme eingerechnet. Die Zahlen weisen darauf hin, dass im letzten Kalenderjahr insgesamt etwas weniger Heizenergie verbraucht wurde als im Vorjahr.

Das liegt laut Ista am milden Wetter Ende 2023 und den angesichts der Energiekrise Anfang des Jahres noch größeren Einsparbemühungen der Bevölkerung. In der letzten Heizperiode, also dem Winter 2023/2024, haben die Menschen in Deutschland dagegen insgesamt nicht mehr so sparsam geheizt. Das zeigt eine weitere Auswertung von Ista, welche die Verbrauchsdaten von 350.000 Haushalten in den 20 größten deutschen Städten betrachtet. Insgesamt zeigte sich ein witterungsbereinigter Mehrverbrauch von 5 Prozent bundesweit.

Demnach wurde witterungsbereinigt nur in Stuttgart etwas weniger (-1 Prozent) geheizt. Auf dem zweiten Platz der Städte mit den sparsamsten Verbrauchern folgt Dresden, hier gab es allerdings in der letzten Heizperiode ein Plus von 1 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Den dritten Platz belegt München mit 2 Prozent Mehrverbrauch. Schlusslicht ist Bielefeld: Die Ostwestfalen haben in dieser Heizperiode laut Ista witterungsbereinigt 12 Prozent mehr Heizenergie verbraucht als im Vorjahreszeitraum.

Ista-Zahlen werfen ein Schlaglicht auf einen Teilbestand

Bei diesen Statistiken ist allerdings zu bedenken, dass ein Ablesedienst wie Ista lediglich die Daten von vermieteten Wohnungen und Häusern sowie Eigentumswohnungen mit Zentralheizung erfasst. Im selbstgenutzten Einfamilienhaus, in der selbstbewohnten Doppelhaushälfte oder in einer Wohnung mit Etagenheizung werden dagegen keine Heizkostenzähler und kein Ablesedienst benötigt. Damit finden vor allem viele größere Objekte in die Ista-Zahlen keinen Eingang, was eine gewisse Verzerrung der Werte bedeuten kann.

Die Höhe dieser Verzerrung lässt sich durch den folgenden Vergleich einordnen: Ista geht in der Auswertung wie gesagt von einer 70 Quadratmeter großen Durchschnittswohnung aus. Nach der aktuellen amtlichen Statistik von IT.NRW ist die Durchschnittswohnung in Nordrhein-Westfalen allerdings 90,7 Quadratmeter groß. Die amtliche Statistik versteht unter „Wohnung“ nicht nur Etagenwohnungen, sondern zählt alle Wohneinheiten mit, von der freistehenden Villa bis zur Studentenbude.

NRW-Wohnkostenbericht wird genauere Zahlen für NRW liefern

Zugleich gibt es in einem großen Land wie Deutschland auch unterschiedliche klimatische Bedingungen in den verschiedenen Regionen des Landes. So kann etwa der Winter in Bayern deutlich kälter gewesen sein als in Nordrhein-Westfalen – mit Auswirkungen auf das Heizverhalten der Einwohner. Die bundesweiten Durchschnittswerte der Ista-Erhebung sind auch aus diesem Grund eher als grober Anhaltspunkt zu sehen. Der NRW-Wohnkostenbericht wird im Herbst Zahlen zur Entwicklung in NRW vorlegen.

In dieser Studie von Haus & Grund Rheinland Westfalen finden neben vermieteten auch selbstgenutzte Häuser und Wohnungen aller Art Eingang, ganz unabhängig davon, ob ein Ablesedienst zum Einsatz kommt oder nicht. Dafür sammelt der Eigentümerverband seit Anfang Mai wieder Daten und bittet alle Eigentümer und Vermieter in NRW um Mithilfe. Sie können bis zum 31. August die Daten aus den Nebenkostenabrechnungen der letzten beiden Jahre in den Erhebungsbogen eingeben und dem Landesverband einsenden. Mehr dazu hier.

Dieser redaktionelle Beitrag wurde von Haus & Grund Rheinland Westfalen verfasst.

Bitte beachten Sie, dass dieser Artikel nach seiner Veröffentlichung nicht mehr aktualisiert wird. Das Veröffentlichungsdatum ist über der Überschrift angegeben.

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