Immobilienpreise in NRW: Starker Anstieg im Umland der Metropolen

Die Kaufpreise für Immobilien kennen in den gefragten Metropolen Deutschlands seit Jahren nur eine Richtung: Sie gehen nach oben. Inzwischen zeigt sich eine neue Entwicklung: Das Umland holt auf, dort steigen die Preise inzwischen stärker als in den großen Städten. Die Preisunterschiede sind aber weiterhin groß, so dass sich der Kauf auf dem Land nach wie vor lohnt.

Der Anstieg der Immobilienkaufpreise in NRW 2018 in Prozent, inflationsbereinigt (Quelle: Postbank Wohnatlas 2019).

Die Kaufpreise für Immobilien kennen in den gefragten Metropolen Deutschlands seit Jahren nur eine Richtung: Sie gehen nach oben. Inzwischen zeigt sich eine neue Entwicklung: Das Umland holt auf, dort steigen die Preise inzwischen stärker als in den großen Städten. Die Preisunterschiede sind aber weiterhin groß, so dass sich der Kauf auf dem Land nach wie vor lohnt.

Düsseldorf. Die Immobilienpreise in NRW steigen weiterhin deutlich an – dabei zeigt sich mehr als nur die Fortsetzung eines seit Jahren bestehenden Trends. Denn: Während sich der Preisanstieg in den Metropolen wie Köln und Düsseldorf inzwischen eher verlangsamt, fällt er jetzt im Umland besonders groß aus. Das geht aus dem Postbank Wohnatlas 2019 hervor, den das Geldinstitut gestern (11. März 2019) veröffentlicht hat.

Die Untersuchung zeigt: Grundsätzlich verteuern sich Immobilien überall in Nordrhein-Westfalen – einzige Ausnahme ist der Kreis Höxter im ländlichen Ostwestfalen. Dort war ein Preisrückgang um 2,47 Prozent festzustellen. Besonders stark gestiegen sind die Preise dagegen im direkten Umland der Metropolen. Die höchste Teuerungsrate für Immobilien wurde in Solingen gemessen: Plus 15,15 Prozent. Eine 100 Quadratmeter große Wohnung kostet hier inzwischen das Vierfache des durchschnittlich im Jahr verfügbaren Haushaltseinkommens.

Immobilienpreise: Der Speckgürtel holt auf

Das gilt auch für den benachbarten Rheinisch-Bergischen Kreis. Dort sind die Immobilienpreise im letzten Jahr um 12 Prozent gestiegen. Auch der Kreis Euskirchen und die Städteregion Aachen sind mit einem Anstieg von mehr als 11 Prozent in der Spitzengruppe vertreten. Zum Vergleich: In Köln kletterten die Kaufpreise um 6,87 Prozent, in Düsseldorf um 7,53 Prozent. Duisburg kommt dagegen schon auf eine Preiszunahme von 8,86 Prozent. Auch im Rhein-Erft-Kreis, im Rhein-Kreis Neuss und im Kreis Mettmann stiegen die Immobilienpreise stärker als in Köln.

Die Zahlen machen deutlich: Der jahrelange Anstieg der Kaufpreise in den Großstädten hat dort ein Preisniveau entstehen lassen, dass sich inzwischen viele Kaufinteressenten nicht mehr leisten können. In Köln kostet eine 100-Quadratmeter-Wohnung inzwischen das Achtfache des durchschnittlich im Jahr verfügbaren Haushaltseinkommens. Die Käufer weichen daher ins Umland aus – so steigt dort die Nachfrage und lässt die Preise in die Höhe schnellen.

Im Umland wohnen und pendeln: Das lohnt sich weiterhin.

Angesichts dieser Entwicklung stellt sich die Frage, ob sich der Kauf im Umland überhaupt noch rechnet. „Es lohnt sich weiterhin, auf das Land zu ziehen. Denn die Preise haben bei Weitem nicht das Level wie in den Großstädten“, sagte Erik Uwe Amaya, Verbandsdirektor von Haus & Grund Rheinland Westfalen, gestern gegenüber dem WDR. In der Tat sind die Preisniveaus im Umland trotz des kräftigen Anstiegs eben noch immer weit günstiger als in den Metropolen, wie ein Blick in die Postbank-Studie zeigt.

In Köln lagen die Kaufpreise im Jahr 2018 im Schnitt bei 3.595,6 Euro pro Quadratmeter. In Solingen ist der Quadratmeter dagegen trotz des starken Anstiegs noch immer für 1.963 Euro zu haben. „Für diese Preisdifferenz können Sie ziemlich lange pendeln“, gibt Amaya zu bedenken. Im Rheinisch-Bergischen Kreis sind die Preise zwar schon deutlich höher als in Solingen. Mit 2.258,6 Euro pro Quadratmeter ist ein Immobilienkauf hier aber verglichen mit Köln immer noch sehr günstig.

Eigentümer im Umland freuen sich über Wertzuwachs

Der Immobilienerwerb im Umland bedeutet zugleich nicht unbedingt, dass Käufer für günstigere Preise in abgelegene, strukturschwache Gegenden ziehen müssten. In Duisburg etwa liegt der durchschnittliche Quadratmeterpreis laut Postbank bei 1.233,90 Euro. Dabei ist Düsseldorf direkt nebenan und auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln schnell erreichbar. Ähnliches gilt für Krefeld, wo Immobilien im Schnitt für 1.594,70 Euro pro Quadratmeter zu haben sind.

Selbst wenn die Preise in diesen Städten weiter stark steigen, dürfte es noch längere Zeit günstiger sein, dort zu wohnen und nach Düsseldorf zu pendeln. Auf der anderen Seite bedeutet der Preisanstieg im Umland auch, dass ein Immobilienkauf hier ein gutes Investment sein kann. Denn was Kaufinteressenten als Preisanstieg wahrnehmen, ist für die Eigentümer und potentielle Verkäufer ein Wertzuwachs.

Dieser redaktionelle Beitrag wurde von Haus & Grund Rheinland Westfalen verfasst.

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