Teure Immobilienkredite: Zinsen auf höchstem Stand seit 17 Jahren

Teure Immobilienkredite: Zinsen auf höchstem Stand seit 17 Jahren

Der Kauf von Wohneigentum ist aktuell wieder ziemlich schwierig geworden. Zwar haben die Kaufpreise das hohe Niveau der Nullzinsphase hinter sich gelassen, doch sie steigen seit einiger Zeit wieder leicht. Umso schwerer wiegt es, dass die Zinsen über den Sommer kräftig angestiegen sind: Aktuelle Zahlen belegen jetzt einen historischen Höchststand, schnelle Besserung ist unwahrscheinlich.

Die Europäische Zentralbank hat den Leitzins erhöht - das wirkt sich spürbar auf die Immobilienfinanzierung aus.

Der Kauf von Wohneigentum ist aktuell wieder ziemlich schwierig geworden. Zwar haben die Kaufpreise das hohe Niveau der Nullzinsphase hinter sich gelassen, doch sie steigen seit einiger Zeit wieder leicht. Umso schwerer wiegt es, dass die Zinsen über den Sommer kräftig angestiegen sind: Aktuelle Zahlen belegen jetzt einen historischen Höchststand, schnelle Besserung ist unwahrscheinlich.

München. Die Zinsen für Immobilienkredite sind in Deutschland auf den höchsten Wert seit der Finanzkrise im Jahr 2009 gestiegen. Im Schnitt verlangen die Banken derzeit rund 4,5 Prozent für einen Immobilienkredit mit zehnjähriger Laufzeit. Das hat der Finanzierungsvermittler Interhyp jetzt ermittelt. Der Anstieg über den Sommer hinweg ist damit durchaus erheblich ausgefallen: Noch im Mai hatte Interhyp einen durchschnittlichen Zinssatz von 3,9 Prozent festgestellt.

Dieser Anstieg der Zinsen bedeute konkret, dass sich die Monatsrate einer durchschnittlichen Baufinanzierung um etwa 200 Euro verteuert. Ein Betrag, der viele Privathaushalte schmerzen dürfte. Die zuletzt moderatere Entwicklung der Immobilienpreise (wir berichteten), welche ihre Höchststände aus Zeiten der Nullzinsphase noch nicht wieder erreicht haben, wird durch den großen Zinsanstieg aufgefressen. Die Finanzierbarkeit von Wohneigentum leidet daher erheblich unter dem jüngsten Zinsanstieg.

Angesichts dessen überrascht es nicht, dass Interhyp eine steigende Zurückhaltung der kauf- bzw. bauwilligen Kundschaft beobachtet. Eine steigende Kaufzurückhaltung infolge verschlechterter Finanzierungsbedingungen trifft auch die Bauwirtschaft, welche in solchen Zeiten mit einer rückläufigen Auftragslage rechnen muss. Zugleich könnte die Situation aber auch auf die Kaufpreise drücken: Wer seine Immobilie verkaufen muss, wird zunehmend gezwungen sein, Abstriche beim Preis zu machen, um einen Käufer finden zu können.

Iran-Konflikt sorgt für höchste Zinsen seit der Finanzkrise 2009

Ursache für die steigenden Zinsen ist der Iran-Konflikt, welcher zu verstärkten Sorgen vor steigender Inflation in der Eurozone geführt hat. Um dem zu begegnen, hat die Europäische Zentralbank (EZB) die Leitzinsen angehoben. Das soll die Inflation bekämpfen, führt allerdings auch zu steigenden Bauzinsen. Experten rechnen damit, dass die Zinsen erst wieder sinken werden, wenn sich die weltpolitische Lage – insbesondere bezogen auf den Iran-Konflikt – wieder beruhigt.

Dann würde die Inflationsgefahr zurückgehen und die EZB könnte die Leitzinsen wieder niedriger ansetzen. Absehbar ist eine solche Entwicklung aktuell allerdings nicht. Seit dem Jahr 2009, das von der Weltfinanzkrise geprägt war, hat es kein vergleichbar hohes Zinsniveau für Immobilienfinanzierungen in Deutschland mehr gegeben. Das zeigen neben den Zahlen von Interhyp auch die von der Bundesbank veröffentlichten Daten zur Zinsentwicklung bei Wohnungsbaukrediten für Privathaushalte. 

Dieser redaktionelle Beitrag wurde von Haus & Grund Rheinland Ruhr verfasst.

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