Baupreise mit stärkstem Anstieg seit 51 Jahren

Die Baupreise für Wohngebäude eilen seit einiger Zeit von einem Rekord zum nächsten. Jetzt erzielten sie die höchste Steigerungsrate seit mehr als einem halben Jahrhundert. Dabei spielte die 2020 vorübergehend gesenkte Mehrwertsteuer nur die kleinere Rolle. Vor allem der starke Anstieg bei den Rohstoffpreisen steckt hinter der Preisrallye und treibt vielen Bauherren Sorgenfalten auf die Stirn.

Ein Grund der stark gestiegenen Baupreise: Alles, was mit Holz zu tun hat...

Die Baupreise für Wohngebäude eilen seit einiger Zeit von einem Rekord zum nächsten. Jetzt erzielten sie die höchste Steigerungsrate seit mehr als einem halben Jahrhundert. Dabei spielte die 2020 vorübergehend gesenkte Mehrwertsteuer nur die kleinere Rolle. Vor allem der starke Anstieg bei den Rohstoffpreisen steckt hinter der Preisrallye und treibt vielen Bauherren Sorgenfalten auf die Stirn.

Wiesbaden/Düsseldorf. Die Baupreise für konventionelle Wohngebäude sind in Deutschland im November um 14,4 Prozent gestiegen – verglichen mit dem Vorjahresmonat. Es ist der stärkste Anstieg seit 51 Jahren. Selbst wenn man die vorübergehende Mehrwertsteuersenkung im Jahr 2020 herausrechnet, bleibt noch ein Plus von 11,6 Prozent übrig. Ursache dafür sind vor allem die stark gewachsenen Materialkosten, wie das Statistische Bundesamt jetzt mitgeteilt hat.

Zuletzt hatte die amtliche Statistik die Baupreise im August gemessen. Demgegenüber lagen die November-Zahlen jetzt noch einmal um 2,1 Prozent höher. Am stärksten verteuerten sich die Holzbauarbeiten. Die Zimmerleute mussten im Bundesdurchschnitt im November 38,9 Prozent mehr verlangen als im Vorjahr. Durch die weltweit gewachsene Nachfrage nach Bauholz sind nämlich die Holzpreise explosionsartig gestiegen.

Baupreise: Anstieg weit über der allgemeinen Inflationsrate

Entwässerungskanäle verteuerten sich um 18,2 Prozent, die Dachdecker mussten 17,1 Prozent mehr nehmen. Klempner erhöhten ihre Preise im Schnitt um 16,8 Prozent, Betonarbeiten verteuerten sich um 16,5 Prozent. Insgesamt ergibt sich so ein Plus von 15,7 Prozent für die Rohbauarbeiten. Die Ausbauarbeiten verteuerten sich dagegen mit 13,5 Prozent etwas geringfügiger – auch das liegt aber weit über der allgemeinen Teuerungsrate von 5,2 Prozent im November 2021.

Den größten Anstieg beim Ausbau verzeichneten die Metallbauarbeiten mit einem Plus von 17,3 Prozent. Auch hier sind gestiegene Rohstoffkosten die Ursache. Estrich verlegen zu lassen kostete 15,6 Prozent mehr als im Vorjahr, Tischlerarbeiten verteuerten sich um 14,6 Prozent. Die Gas-, Wasser- und Abwasserinstallationen im Haus schlugen mit 14,5 Prozent mehr zu Buche. Kein Wunder, dass nicht nur der Neubau von den Preissteigerungen betroffen ist. Instandhaltungsarbeiten verteuerten sich im Schnitt um 14,2 Prozent.

Preisentwicklung in NRW etwas günstiger

Nordrhein-Westfalen kam beim starken Anstieg der Baupreise noch etwas glimpflicher davon als der Bundesdurchschnitt. Insgesamt lagen die Baupreise in NRW im November 2021 um 12,3 Prozent über dem Vorjahreswert. Damit blieb der Anstieg immerhin 2,1 Prozentpunkte unter dem Bundesschnitt. Ohne die Mehrwertsteuersenkung hätte der Anstieg 9,5 Prozent betragen. Im Vergleich mit August 2021 lagen die Baupreise in NRW um 1,9 Prozent höher.

Auch in NRW waren Holzbauarbeiten die größten Kostentreiber. Ihre Verteuerung um 29,4 Prozent liegt aber fast 10 Prozentpunkte unter dem Bundesdurchschnitt. In Nordrhein-Westfalen war Holz also offenbar noch vergleichsweise günstig zu beschaffen. Die Entwässerungskanäle verteuerten sich in NRW dagegen mit 18,3 Prozent praktisch genauso stark wie im Bundestrend. Ausbauarbeiten legten in NRW um 10,8 Prozent zu.

Dieser redaktionelle Beitrag wurde von Haus & Grund Rheinland Westfalen verfasst.

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