Finanzierung fürs Eigenheim wird zu immer größerer Herausforderung

Finanzierung fürs Eigenheim wird zu immer größerer Herausforderung

Ein Eigenheim zu finanzieren wird für die Menschen in Deutschland derzeit zu einer immer größeren Herausforderung – und in vielen Fällen zu einem gar nicht mehr lösbaren Problem. Aktuelle Zahlen machen deutlich, wie das Pochen der Banken auf immer mehr Eigenkapital, steigende Zinsen und hohe Baukosten die Kalkulation für viele Bau- oder Kaufwillige ins Wanken bringen.

Ist eine Baufinanzierung 2023 noch bezahlbar? Steigende Zinsen und hohe Eigenkapitalquoten machen es für Normalverdiener immer schwerer, eine Immobilie zu finanzieren.

Ein Eigenheim zu finanzieren wird für die Menschen in Deutschland derzeit zu einer immer größeren Herausforderung – und in vielen Fällen zu einem gar nicht mehr lösbaren Problem. Aktuelle Zahlen machen deutlich, wie das Pochen der Banken auf immer mehr Eigenkapital, steigende Zinsen und hohe Baukosten die Kalkulation für viele Bau- oder Kaufwillige ins Wanken bringen.

Frankfurt. Die Immobilienfinanzierung wird derzeit für Bau- und Kaufwillige in Deutschland immer schwieriger. Wie die FAZ heute (25. Januar 2023) unter Berufung auf neue Zahlen des Baufinanzierungs-Vermittlers Hüttig & Rompf berichtet, verlangen die Kreditinstitute immer mehr Eigenkapital für ein Darlehn. Die Banken prüfen die Finanzierungswünsche der Kundschaft nämlich aktuell besonders gründlich, um zu vermeiden, dass die hohe Inflation und steigende Zinsen die Finanzierung später ins Wanken bringen.

Im Zuge dessen haben offenbar viele Institute ihre Pauschalen erhöht, mit denen sie die Lebenshaltungskosten der Darlehnsnehmer kalkulieren. Hüttig & Rompf hat festgestellt, dass die Käufer von selbstgenutztem Wohneigentum im Jahr 2021 im Schnitt rund 111.000 Euro Eigenkapital für ihren Immobilienkauf mitbrachten. Im Jahr 2022 waren es dagegen fast 140.000 Euro, was einen Zuwachs um gut 25 Prozent bedeutet. Das Ende der Fahnenstange ist damit nicht erreicht, im 4. Quartal 2022 waren es schon 149.000 Euro.

Viel Eigenkapital gefordert, Zinsen deutlich gestiegen

Der Durchschnittskäufer gab dem Bericht zur Folge 562.000 Euro für sein neues Wohneigentum aus. Der aus dem Eigenkapital finanzierte Anteil lag also bei etwa 25 Prozent, im letzten Quartal des Jahres 2022 waren es schon 28 Prozent – beides sind sehr hohe Werte. Für das Jahr 2021 kamen die Baufinanzierungsexperten noch auf einen Durchschnitt von rund 20 Prozent. Ohne den hohen Eigenkapitalanteil gibt es bei den Baufinanzierern – zumindest zu vertretbaren Konditionen – kein Darlehn mehr.

Dennoch: Wer das hohe Eigenkapital aufbringen kann, muss dann auch noch in der Lage sein, hohe Zinsen stemmen zu können. Die Zinsen für zehnjährige Immobiliendarlehn haben sich im letzten Jahr mehr als verdreifacht, von gut einem Prozent Ende 2021 kletterten sie im Schnitt auf rund 3,5 Prozent. Das bedeutet für den durchschnittlichen Darlehnsnehmer eine von 1.447 Euro im Jahr 2021 auf 1.717 Euro im Jahr 2023 gestiegene monatliche Belastung durch Zins und Tilgung. Eine Teuerung, bei der viele Haushalte nicht mehr mitgehen können.

Langsamere Tilgung als Lösungsansatz

Mehr als ein Drittel des Haushaltseinkommens solle man schließlich nach Expertenmeinung nicht für die monatliche Gesamtrate aufwenden. Viele Kunden reagieren darauf, indem sie auf eine langsamere Tilgung setzen. Lag der Tilgungssatz im Jahr 2021 im Schnitt noch bei 2,8 Prozent, waren es letztes Jahr im Jahresschnitt nur noch 2,4 Prozent. Im letzten Quartal sank der Wert gar auf 2,2 Prozent ab. Für Jedermann ist diese Lösung allerdings auch nicht empfehlenswert: Durch die geringere Tilgung braucht es länger, bis das Darlehn abgelöst ist.

Rechtzeitig vor der Rente sollte der Immobilienkredit aber getilgt sein, so dass ältere Käufer oder Bauherren nicht zu langsam tilgen können. Wer jung ins Eigenheim will, hat aber auch noch nicht viel Zeit gehabt, das hohe Eigenkapital anzusparen und bekommt aus diesem Grund Schwierigkeiten bei der Finanzierung. Zugleich sind die Immobilienpreise weiterhin auf sehr hohem Niveau, sinken nur langsam – schließlich steigen auch die Baupreise wie berichtet sehr stark an. Das wirkt dem preissenkenden Nachfragerückgang entgegen.

Haus & Grund hat bereits konkrete Vorschläge vorgelegt, wie die  Politik das Dilemma in den Griff bekommen könnte – im Einzelnen ist das hier nachzulesen.

Dieser redaktionelle Beitrag wurde von Haus & Grund Rheinland Westfalen verfasst.

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