Immer teureres Bauland ist Hauptursache für kostspieligen Wohnungsbau

Der Wohnungsbau kämpft mit kräftig steigenden Kosten. Ursache sind vor allem die hohen Preise für Bauland – zu diesem Schluss kommt jetzt das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung. In den letzten fünf Jahren ist Baugrund in Großstädten demnach um ein Drittel teurer geworden. Es müsste mehr Bauland aktiviert werden, mahnen die Macher der Untersuchung.

Der Wohnungsbau kämpft mit kräftig steigenden Kosten. Ursache sind vor allem die hohen Preise für Bauland – zu diesem Schluss kommt jetzt das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung. In den letzten fünf Jahren ist Baugrund in Großstädten demnach um ein Drittel teurer geworden. Es müsste dringend mehr Bauland aktiviert werden, mahnen die Macher der Untersuchung.

Bonn. Wer in Deutschland ein Grundstück für ein Eigenheim kaufen möchte, muss immer tiefer in die Tasche greifen. Von durchschnittlich 129 Euro pro Quadratmeter im Jahr 2011 ist der durchschnittliche Grundstückspreis auf 164 Euro im Jahr 2016 gewachsen. Das ist ein Plus von 27 Prozent. In Großstädten zeigte sich eine noch viel stärkere Zunahme: Hier stiegen die Preise für den Quadratmeter Bauland um 33 Prozent von 250 auf 350 Euro.

Zu diesen Ergebnissen kommt eine Auswertung des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung, BBSR. Das Institut hatte für seine Untersuchung Transaktionsdaten von Grundstücken ausgewertet, die von den amtlichen Gutachterausschüssen für Grundstückswerte erfasst wurden. Die Daten bilden rund ein Drittel aller Städte und Landkreise in Deutschland ab.

Im Durchschnitt kostete ein Grundstück für ein Eigenheim im Jahr 2016 in Deutschland 112.000 Euro. In den Großstädten mussten Bauherren dagegen im Schnitt 200.000 Euro hinblättern. Die steigenden Grundstückspreise sieht das BBSR gerade in den Wachstumsregionen als wesentliche Ursache für die hohen Kosten von Wohneigentum. Allerdings ist das Problem nicht allein auf Großstädte beschränkt – es ist dort nur am gravierendsten. Auch in den ländlichen Kreisen zeigte sich in den letzten fünf Jahren ein Preisanstieg von 20 Prozent für den Quadratmeter Baugrund.

Neubau preiswerter Mietwohnungen praktisch unmöglich

Die Preisentwicklung hat sich auch auf die Zahl von Grundstücksverkäufen ausgewirkt. In städtischen Kreisen waren stabile Verkaufszahlen festzustellen. Die ländlichen Kreise meldeten dagegen einen Zuwachs von 15 Prozent bei den Verkäufen von Grundstücken für Eigenheimbebauung. In den Großstädten brachen die Transaktionen um 30 Prozent ein. Besonders betroffen waren davon die Metropolen Köln, Frankfurt und Stuttgart.

Aus dieser Entwicklung zieht das BBSR die Schlussfolgerung, dass die hohen Grundstückspreise in den Großstädten eine lockere Bebauung mit einzelnen Häusern inzwischen nicht mehr ermöglicht. Die Bauherren wichen deswegen ins Umland aus. Das Institut warnte angesichts der Zahlen davor, dass sich nicht nur Eigenheime deutlich verteuerten. Auch der freifinanzierte Neubau von Mietwohnungen sei zu bezahlbaren Mieten nicht mehr möglich. Auf angespannten Märkten sorgten die Baulandpreise dafür, dass die Mieten in Neubauten auf 14 bis 16 Euro pro Quadratmeter steigen.

Mehr Bauland ausweisen, Potentiale besser nutzen

Die Untersuchung weist außerdem darauf hin, dass die immer teureren Grundstücke sich nicht nur auf die Kosten von Neubauten auswirken. Die Entwicklung sorgt auch dafür, dass in den Wachstumsregionen die Preise für Bestandsimmobilien steigen. Wie berichtet ist es für Normalverdiener kaum noch möglich, in Städten Wohneigentum zu bekommen.

Das BBSR mahnt: Die teuren Großstädte müssten auch in den Außenbereichen mehr Bauland ausweisen. Außerdem müssten Potentiale zur Bebauung besser ausgenutzt und mehr Grundstücke aktiviert werden. Zugleich verwies das Bundesinstitut darauf, dass im Ausbau von Dachgeschossen und der Aufstockung von Bestandsgebäuden noch Potential stecke. Mehr zu diesem Thema lesen Sie hier.

Dieser redaktionelle Beitrag wurde von Haus & Grund Rheinland verfasst.

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