NRW: Single-Haushalte boomen – mit Folgen für den Wohnungsmarkt

Die Haushalte in NRW werden immer kleiner, wie aktuelle Zahlen zeigen. In manchen Großstädten ist inzwischen mehr als jeder zweite Haushalt ein Single-Haushalt. Da die Bevölkerung zugleich aber nicht schrumpft, wird immer mehr Wohnraum benötigt. Dabei passt der Wohnungsbestand nicht so gut zum Trend: Gerade kleinere Wohnungen sind nur sehr wenige vorhanden.

Die Haushalte in NRW werden immer kleiner, wie aktuelle Zahlen zeigen. In manchen Großstädten ist inzwischen mehr als jeder zweite Haushalt ein Single-Haushalt. Da die Bevölkerung zugleich aber nicht schrumpft, wird immer mehr Wohnraum benötigt. Dabei passt der Wohnungsbestand nicht so gut zum Trend: Gerade kleinere Wohnungen sind nur sehr wenige vorhanden.

Düsseldorf. In Nordrhein-Westfalen gibt es immer mehr Single-Haushalte. Inzwischen lebt in 41 Prozent der Haushalte in NRW nur noch eine Person. Das hat die Statistikbehörde des Landes, IT.NRW, jetzt mitgeteilt. Sie zählte insgesamt knapp 8,75 Millionen Privathaushalte in NRW, davon etwa 3,58 Millionen Einpersonenhaushalte. Ihre Zahl nimmt seit Jahren kontinuierlich zu, ist seit dem Jahr 1999 um stolze 21,7 Prozent gewachsen.

Damals hatte der Anteil der Single-Haushalte in NRW nur 35,6 Prozent betragen. Auch die Zahl der Zweipersonenhaushalte ist allerdings in den vergangenen 10 Jahren gewachsen – wenn auch nicht ganz so stark. Sie kletterte von 2,84 Millionen Haushalten im Jahr 1999 auf 2,95 Millionen im Jahr 2019 – ein Plus von 3,8 Prozent. Der Anteil von Haushalten mit 3 oder noch mehr Personen ist im gleichen Zeitraum deutlich gesunken.

Mehr Kleinhaushalte – höhere Wohnungsnachfrage

Gab es 1999 in NRW noch 2,49 Millionen Haushalte mit drei und mehr Angehörigen, waren es im Jahr 2019 nur noch 2,21 Millionen – ein Minus von 11,1 Prozent. Der Anteil der größeren Haushalte an der Gesamtzahl der Privathaushalte ging von 30,1 auf 25,3 Prozent zurück. Es leben also nur noch in jedem 4. Haushalt Nordrhein-Westfalens drei oder mehr Personen. Kein Wunder, dass die durchschnittliche Haushaltsgröße seit 1999 von 2,17 auf 2,03 Personen gesunken ist.

Die Einwohnerzahl von Nordrhein-Westfalen ist seit vielen Jahren relativ stabil. Sie lag 1999 bei 17,99 Millionen und 2019 bei 17,95 Millionen Menschen. Da sich die ungefähr gleiche Zahl an Menschen nunmehr auf kleinere Haushalte verteilt, ist die Konsequenz: Es gibt in NRW heute 5,7 Prozent mehr Haushalte als noch vor 10 Jahren. Hier liegt der Grund für die gestiegene Nachfrage auf dem Wohnungsmarkt und die daraus resultierenden Preisanstiege.

Wohnungsbestand bietet vor allem große Wohnungen an

Verstärkt wir der Effekt dadurch, dass der Trend zum Single-Haushalt dort besonders hoch ist, wo Wohnraum wegen fehlender Grundstücke nur in geringem Maß neu geschaffen werden kann: In den Großstädten. Die höchsten Quoten an Single-Haushalten erreichen in NRW die beliebten Universitätsstädte Köln (50,7 Prozent), Münster (55,9 Prozent) und Aachen (58,2 Prozent). Dort hat also mehr als jeder zweite Haushalt nur einen einzigen Bewohner.

Die hohe Zahl der Single-Haushalte trifft auf einen Wohnungsbestand, der zum größten Teil Jahrzehnte alt und zu einer Zeit entstanden ist, als größere Haushalte üblich waren. Daher sind kleine Wohnungen selten. Nach aktuellen Zahlen der amtlichen Statistik gab es Ende 2019 in NRW rund 9 Millionen Wohnungen, davon gut 284.000 Einzimmerwohnungen und knapp 922.000 Zweizimmerwohnungen.

Wohnungsmarkt reagiert langsam auf veränderte Nachfrage

Dem standen 2,1 Millionen Dreizimmerwohnungen, 2,3 Millionen Vierzimmerwohnungen und 3,4 Millionen Wohnungen mit fünf oder mehr Zimmern gegenüber. Viele kleine Haushalte wohnen daher in größeren Wohnungen als nötig. Angesichts gestiegener Ansprüche beklagen sich Viele sicher nicht darüber, genießen den vielen Platz. Zugleich ist aber nicht erstaunlich, dass die Belastung durch die Wohnkosten selbst bei moderaten Mieten als hoch empfunden wird.

Der Markt reagiert auf diese Situation so, wie es zu erwarten ist: Es werden vor allem kleinere Wohnungen neu gebaut. Zwischen 2010 und 2019 ist die Zahl der Wohnungen in NRW insgesamt um 4 Prozent gestiegen. Bei den Einzimmerwohnungen lag der Zuwachs mit 8,2 Prozent aber mehr als doppelt so hoch, bei Vierzimmerwohnungen mit 2,4 Prozent dagegen unterdurchschnittlich niedrig. Dennoch sind die Veränderungen auf dem Wohnungsmarkt ein langsamer Prozess, so dass Angebot und Nachfrage noch länger auseinanderklaffen werden.

Dieser redaktionelle Beitrag wurde von Haus & Grund Rheinland Westfalen verfasst.

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