Wegen Reform und Corona: Viel mehr Haushalte beziehen Wohngeld

Es war zu erwarten gewesen: Die Zahl der Wohngeldhaushalte ist im Jahr 2020 in Deutschland massiv gestiegen. Auch die Höhe der im Schnitt gezahlten Zuschüsse zu den Wohnkosten der Empfängerhaushalte ist gewachsen. Ursache sind die Wohngeldreform und die Corona-Pandemie, aber auch eine vereinfachte Antragsstellung – das dürfte zumindest für NRW gelten.

Anspruch auf Wohngeld ausrechnen: Das führte im Jahr 2020 bei vielen Haushalten zu einem neuen Ergebnis.

Es war zu erwarten gewesen: Die Zahl der Wohngeldhaushalte ist im Jahr 2020 in Deutschland massiv gestiegen. Auch die Höhe der im Schnitt gezahlten Zuschüsse zu den Wohnkosten der Empfängerhaushalte ist gewachsen. Ursache sind die Wohngeldreform und die Corona-Pandemie, aber auch eine vereinfachte Antragsstellung – das dürfte zumindest für NRW gelten.

Berlin/Düsseldorf. Die Zahl der Haushalte, die Wohngeld beziehen, ist im vergangenen Jahr um 22,6 Prozent gestiegen. Zum Jahresende erhielten insgesamt 618.200 Haushalte in der Bundesrepublik den Zuschuss. Lässt man Zweitwohnsitze außer Acht, entspricht das im Bundesdurchschnitt 1,5 Prozent aller Haushalte im Land. In Nordrhein-Westfalen lag die Quote mit 1,9 Prozent noch ein gutes Stück über dem Durchschnitt. Das hat das Statistische Bundesamt jetzt mitgeteilt.

NRW rangiert damit insgesamt noch im Mittelfeld: Spitzenreiter ist Mecklenburg-Vorpommern, wo 2,7 Prozent der Haushalte Wohngeld beziehen. Am seltensten wird der Zuschuss dagegen in Bayern gezahlt, dort bekommen ihn nur 0,9 Prozent der Haushalte. Nicht nur die Zahl der Empfängerhaushalte ist im Jahr 2020 deutlich gewachsen. Die Ausgaben der öffentlichen Hand für das Wohngeld sind mit 38 Prozent (357,6 Millionen Euro) noch viel stärker gestiegen.

Wohngeldzahlungen um 38 Prozent gestiegen

Rund 1,3 Milliarden Euro Wohngeld wurden im Jahr 2020 insgesamt gezahlt. Der starke Anstieg der Zahlen hat mehrere Gründe. Einerseits wurde das Wohngeld zum Beginn des Jahres 2020 reformiert. Dadurch waren plötzlich sehr viel mehr Haushalte empfangsberechtigt als zuvor. Zugleich wurde das Wohngeld erhöht. Das erklärt, warum die Höhe der Wohngeldzahlungen noch viel stärker gestiegen ist, als die Zahl der Empfängerhaushalte.

In Zahlen ausgedrückt: Der durchschnittliche Wohngeldanspruch lag im Jahr 2019 noch bei 153 Euro, ein Jahr später waren es 177 Euro. Diese Zahlen gelten für die sogenannten reinen Wohngeldhaushalte, in denen alle Haushaltsmitglieder einen Anspruch auf Wohngeld haben. Das trifft auf 96 Prozent der Empfängerhaushalte zu. In den verbleibenden vier Prozent der Haushalte leben Menschen mit und ohne Wohngeldanspruch zusammen.

Wohngeld hatte stabilisierende Funktion in der Pandemie

Dort lag der Wohngeldanspruch 2019 im Schnitt bei 158 Euro, 2020 waren es 167 Euro. Neben der Reform dürfte auch die Corona-Pandemie zum starken Anstieg der Zahlen beigetragen haben. Genau beziffern lässt sich dieser Einfluss der Pandemie nach Angaben des Statistischen Bundesamtes nicht. „Die Tatsache, dass wir im Bereich der Wohnraumvermietung nur wenige Mietausfälle in der Pandemie erlebt haben, zeigt aber, wie hilfreich die Zuschüsse waren“, meint Erik Uwe Amaya, Verbandsdirektor von Haus & Grund Rheinland Westfalen.

Zugleich sei es hilfreich gewesen, das NRW zu Beginn des Jahres 2020 die Antragstellung online ermöglicht hatte. Das Wohngeld erhalten einkommensschwächere Haushalte, damit sie sich angemessenen Wohnraum leisten können. Die Höhe des Anspruchs hängt von der Höhe des Einkommens, der Miete und der Zahl der Haushaltsmitglieder ab. Auch Eigentümer können das Wohngeld als sogenannten Lastenzuschuss zu ihren Wohnkosten erhalten. Wie viele Eigentümer unter den Wohngeldempfängern sind, verrät die amtliche Statistik jedoch nicht.

Dieser redaktionelle Beitrag wurde von Haus & Grund Rheinland Westfalen verfasst.

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