Wohneigentum für immer mehr junge Haushalte unerschwinglich

Der Baufinanzierer LBS hat untersucht, wie viele Mieterhaushalte im Alter von 30 bis 44 Jahren sich Wohneigentum leisten können. Das Resultat ist ernüchternd: In den letzten zehn Jahren hat sich die Zahl der potentiellen Eigenheimkäufer halbiert. Kein Wunder, dass die Eigentumsquote in Deutschland seit Jahren auf europaweit niedrigstem Niveau stagniert. Was ist der Grund für die Entwicklung?

Betrübliche Berechnungen: Viele junge Haushalte können sich kein Wohneigentum leisten

Der Baufinanzierer LBS hat untersucht, wie viele Mieterhaushalte im Alter von 30 bis 44 Jahren sich Wohneigentum leisten können. Das Resultat ist ernüchternd: In den letzten zehn Jahren hat sich die Zahl der potentiellen Eigenheimkäufer halbiert. Kein Wunder, dass die Eigentumsquote in Deutschland seit Jahren auf europaweit niedrigstem Niveau stagniert. Was ist der Grund für die Entwicklung?

Berlin/Düsseldorf. Immer weniger junge Haushalte in Deutschland können sich den Schritt ins Wohneigentum leisten. Im vergangenen Jahr waren nur noch 241.000 Mieterhaushalte in Deutschland rechnerisch gesehen in der Lage, sich ein Eigenheim kaufen zu können. Zehn Jahre zuvor waren es noch 480.000 Haushalte gewesen. Der Anteil der Mieterhaushalte, die sich Eigentum leisten könnten, sank von 8,7 Prozent im Jahr 2010 auf nur noch 4,8 Prozent im Jahr 2020. Zu diesem Ergebnis kommt der jüngste Marktbericht für Wohnimmobilien der LBS.

Der Baufinanzierer hat in seiner Ausarbeitung die folgende Rechnung aufgemacht. Man geht von der Faustregel aus, dass die Kreditrate des Eigenheimbesitzers maximal 35 Prozent seines Nettoeinkommens betragen sollte und dass der Käufer 25 Prozent des Kaufpreises plus Kaufnebenkosten als Eigenkapital mitbringen muss. Auf dieser Grundlage sah sich die LBS die regionalen Einkommen und Ersparnisse der Bevölkerung an und verglich sie mit den regional jeweils aktuell marktüblichen Kaufpreisen für Wohnimmobilien.

Wohneigentum unerschwinglich: Eigenkapital ist die große Hürde

Betrachtet wurde ausschließlich die Altersgruppe der 30- bis 44 Jährigen Mieterhaushalte. In dieser Altersgruppe wird in der großen Mehrzahl die selbstgenutzte Immobilie gekauft. Dabei zeigte sich, dass für die meisten Haushalte das Problem nicht beim Einkommen lag. Häufig reichte es aus, um die Kreditraten innerhalb der 35-Prozent-Grenze tragen zu können – die Zinsen sind ja derzeit auch ausgesprochen niedrig. Bei vielen dieser Haushalte fehlte jedoch das Eigenkapital. Die hohen Kaufnebenkosten spielen hier eine gewichtige Rolle.

Das gilt besonders in Nordrhein-Westfalen mit seinem bundesweiten Höchst-Steuersatz von 6,5 Prozent bei der Grunderwerbsteuer. Der Plan zu Einführung eines Freibetrags für junge Familien konnte bislang nicht umgesetzt werden, weil der Bund den Ländern solche Freibeträge nicht erlauben wollte. Entsprechende Initiativen scheiterten im Bundesrat an den Ländern mit Regierungsbeteiligung der SPD und der Grünen.

„Vor diesem Hintergrund ist es überraschend, dass die Ampel-Koalition aus SPD, Grünen und FDP die Einführung entsprechender Freibeträge im Koalitionsvertrag vereinbart hat“, meint Erik Uwe Amaya. Der Verbandsdirektor von Haus & Grund Rheinland Westfalen sieht dieses Vorhaben im Vertrag als wichtigen Schritt für eine Verbesserung der Wohneigentumsquote: „Freibeträge bei der Grunderwerbsteuer würden die größte Hürde für den Eigentumserwerb absenken. Ich hoffe, dass die neue Koalition ihren Vertrag in diesem Punkt bald umsetzt.“

Dieser redaktionelle Beitrag wurde von Haus & Grund Rheinland Westfalen verfasst.

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