Zahl der Baugenehmigungen bricht ein

Zahl der Baugenehmigungen bricht ein

In den letzten Jahren boomte der Neubau von Wohnungen in Deutschland und besonders in NRW. Die hohe Nachfrage konnte trotzdem nie gedeckt werden, die neue Bundesregierung nahm sich vor, 400.000 Wohnungen im Jahr entstehen zu lassen. Doch das wird wohl nichts werden: 2022 war Schluss mit dem Boom, der Neubau bricht derzeit in sich zusammen.

Dunkle Wolken auf dem Bau: Der Boom ist vorbei.

In den letzten Jahren boomte der Neubau von Wohnungen in Deutschland und besonders in NRW. Die hohe Nachfrage konnte trotzdem nie gedeckt werden, die neue Bundesregierung nahm sich vor, 400.000 Wohnungen im Jahr entstehen zu lassen. Doch das wird wohl nichts werden: 2022 war Schluss mit dem Boom, der Neubau bricht derzeit in sich zusammen.

Wiesbaden. Die Zahl der neuen Baugenehmigungen für Wohnungen in Deutschland bricht ein. Im November genehmigten die Bauämter 16,3 Prozent weniger neue Wohnungen als im Vorjahresmonat. In den ersten 11 Monaten des abgelaufenen Jahres kamen damit 5,7 Prozent weniger Baugenehmigungen zusammen als im Vorjahreszeitraum. Das hat das Statistische Bundesamt gestern (18. Januar 2023) mitgeteilt.

Die Zahlen umfassen nicht nur die Baugenehmigungen für Neubauten, sondern auch jene für neue Wohnungen, die in bereits bestehenden Gebäuden geschaffen werden sollen. Besonders massiv war der Einbruch der Neugenehmigungszahlen beim Einfamilienhaus: Hier sank die Zahl der genehmigten Neubauten in den ersten 11 Monaten des Jahres 2022 um 15,9 Prozent. Beim Zweifamilienhaus betrug das Minus 10,1 Prozent.

Nur Mehrfamilienhäuser noch mit kleinem Zuwachs

Im Gegensatz dazu zeigte sich beim Mehrfamilienhaus noch ein kleines Plus von 1,2 Prozent. Mit insgesamt 276.474 neu genehmigten Wohnungen bis Ende November steht eines fest: Das Ziel der Bundesregierung, 400.000 neue Wohnungen im Jahr entstehen zu lassen, wurde im Jahr 2022 haushoch verfehlt. Nach Jahren des Baubooms mit unaufhörlichen, starken Anstiegen bei den Genehmigungszahlen ist der Trend jetzt gekippt, der Neubau bricht ein.

Dabei ist zu bedenken, dass erfahrungsgemäß nicht alle genehmigten Wohnungen auch wirklich zeitnah gebaut werden. Der sogenannte Bauüberhang – also die Zahl genehmigter, aber noch nicht errichteter Wohnungen – steigt seit Jahren (wir berichteten). Vermutlich wird sich dieser Trend fortsetzen. Die stark steigenden Baukosten und Bauzinsen sowie die hohe Inflation machen Neubauprojekte für viele Bauherren unfinanzierbar.

Das erklärt einerseits die sinkende Zahl der Baugenehmigungen, sorgt aber auch dafür, dass viele bereits genehmigte Bauprojekte aufgeschoben oder ganz fallen gelassen werden (wir berichteten). So wird der Bauüberhang wohl weiter steigen – genau Zahlen dazu veröffentlicht das Statistische Bundesamt immer im Sommer. Der Rückgang beim Neubau dürfte insofern noch deutlich größer ausfallen, als es die sinkenden Genehmigungszahlen erahnen lassen.

Dieser redaktionelle Beitrag wurde von Haus & Grund Rheinland Westfalen verfasst.

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