Stephen Paul (FDP): Land soll eigene Flächen als Bauland anbieten

Gerade erst hat NRW festgestellt, dass es bis 2040 eine knappe Million neuer Wohnungen braucht. Das Problem dabei: Bislang hinkt der Neubau dem Bedarf hinterher, weil gerade dort, wo neue Wohnungen gebraucht werden, das Bauland fehlt. Bei Appellen an die Kommunen, mehr Bauland auszuweisen, wollen es die Baupolitiker von FDP und CDU im Landtag jedoch nicht belassen.

Stephen Paul (FDP) möchte auch landeseigene Flächen als Bauland mobilisieren (Foto Stephen Paul: FDP-Fraktion, Montage: Haus & Grund Rheinland Westfalen)

Gerade erst hat NRW festgestellt, dass es bis 2040 eine knappe Million neuer Wohnungen braucht. Das Problem dabei: Bislang hinkt der Neubau dem Bedarf hinterher, weil gerade dort, wo neue Wohnungen gebraucht werden, das Bauland fehlt. Bei Appellen an die Kommunen, mehr Bauland auszuweisen, wollen es die Baupolitiker von FDP und CDU im Landtag jedoch nicht belassen.

Düsseldorf. Die Baupolitiker der schwarz-gelben Regierungskoalition in NRW möchten vermehrt landeseigene Flächen als Bauland mobilisieren. Dazu haben sie am Freitag (6. November 2020) im Bauausschuss des Landtages eine Aufforderung an die Landesregierung beschlossen, in der Hoffnung, dass sich der Landtag als Ganzes dem anschließt: Die Regierung soll ein digitales Liegenschaftsportal einrichten. „Dafür wollen wir alle Liegenschaften des Landes identifiziert und kategorisiert wissen“, sagte Stephen Paul, wohnungspolitischer Sprecher der FDP.

Das Ziel sei es, vermehrt entbehrliche Landesflächen freizugeben und zu veräußern. „Wir versprechen uns davon, Bauland für studentisches Wohnen sowie Mischnutzungen von Wohnen und Gewerbe zu gewinnen“, erläuterte Stephen Paul den Hintergedanken. „Dabei wollen wir partnerschaftlich mit den Städten und Gemeinden zusammenarbeiten.“ Um den Wohnungsbau zu fördern, wollen Paul und seine Mitstreiter die Kommunen also nicht mehr nur administrativ unterstützen, wie etwa bei der Initiative „Bauland an der Schiene“. Sie wollen vielmehr von Landesseite auch selbst Flächen beisteuern.

Baureife Grundstücke: Schlüsselfaktor für mehr Wohnungsbau

Mit einer öffentlichen Wohnraumförderung in Milliardenhöhe, einer Reform der Landesbauordnung und Erleichterungen zur Ausweisung von Bauflächen im Landesentwicklungsplan hat die NRW-Koalition bereits einige Maßnahmen für mehr Wohnungsbau umgesetzt. Darauf will sich Stephen Paul aber nicht ausruhen: „Mit der Aktivierung landeseigener Flächen als Bauland fügen wir unserem festen Haus, in dem unsere Politik für leichteres Bauen und besseres Wohnen beheimatet ist, einen weiteren tragenden Pfeiler hinzu.“

Lob für die Idee kam vom Landesverband Haus & Grund Rheinland Westfalen. „Wir würden uns freuen, wenn diese Idee aus dem Bauausschuss aufgegriffen werden würde“, sagte Verbandsdirektor Erik Uwe Amaya. „Die geringe Verfügbarkeit von baureifem Bauland führt zu hohen Preisen, deswegen wird gerade in Städten mit hoher Wohnungsnachfrage zu wenig und zu teuer gebaut. Wenn das Land zusätzliche Flächen aus seinem Eigentum zur Verfügung stellen kann, ist das ein weiterer hilfreicher Beitrag für mehr Wohnungsbau.“

Dieser redaktionelle Beitrag wurde von Haus & Grund Rheinland Westfalen verfasst.

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